Samstag, 5. März 2016

Woher nehmen und nicht stehlen?



Im Zusammenhang mit der Integration der Flüchtlinge konnte man lesen, dass deutschlandweit wohl weit über 10.000 zusätzliche Lehrkräfte benötigt werden, um den Ansturm auf Schule und Bildung zu bewältigen.
Man darf gespannt sein, was den Verantwortlichen einfällt zur Lösung dieses Problems.
Es wäre vermessen zu glauben, dass es derart viele Lehrer „auf Halde“ gibt, also fertig ausgebildete, die bisher keine Anstellung gefunden haben (wenn dem so ist, dann wohl vielfach deswegen, weil ihre Abschlüsse schlechter als andere sind).
Die Ausbildung einer Lehrkraft dauert ca. 6 Jahre – woher also nehmen und nicht stehlen?

Nach den Vorfällen in Köln hörte und las man, unsere Polizei sei chronisch unterbesetzt; es wurde hingewiesen darauf, dass Polizisten eine Ausbildung benötigten, die mehrere Jahre brauche, kurz- oder auch mittelfristig also keine Abhilfe geschaffen werden könne.
Die Idee vom „Hilfspolizisten“ kam auf, der mit einer reduzierten Ausbildung, einem Crash-Kurs sozusagen, in kürzerer Zeit „produziert“ werden könne. Mit Verlaub – ich vermag mich damit nicht anzufreunden.
Ohne die Verbrechen von Köln hätte der personelle Mangel bei unserer Polizei wohl kaum Eingang gefunden in die „Werbelinie“ einer der großen Parteien zur Landtagswahl in RLP.

Und wie wollen wir das mit Lehrern machen?
Mit Seiten- und Quereinsteigern (haben wir schon), ... oder "Nebeneinsteigern" (so was hatten wir noch nicht)?
Mit "Unteneinsteigern", sprich: Menschen, die auf Lehramt studieren, weil sie glauben hierfür qualifiziert zu sein (nach Selbsteinschätzung natürlich), vom frischgebackenen Studierenden  bis hin zum Referendar im Vorbereitungsdienst, jedenfalls ohne Zweite Staatsprüfung (und damit hoffentlich nachgewiesener Qualifikation). Also mit Menschen ohne mehr oder minder hinreichende Ausbildung.
Aber Lehrer, das kann doch jeder! Oder?
Was unsere Gesellschaft sich über Jahrhunderte hinweg erworben hat an Wissen und Kompetenzen zu unserer wichtigsten Aufgabe, nämlich Erziehung und Bildung, das brauchen wir doch nicht! Oder?

Vielleicht wären "Obeneinsteiger" die bessere Lösung, eine keineswegs neue Idee:
Bereits im Ruhestand befindliche Lehrkräfte werden reaktiviert (zuvor nötigenfalls reanimiert). Das wäre sogar äußerst preiswert, denn die kriegen ja ehedem schon eine üppige Pension, eine kleine Zulage würde genügen.


Ach ja, apropos "Unteneinsteiger"! Schon beim einfachen Handwerk würde sich die Kundschaft entrüsten und wehren, müssten sie nicht oder unzureichend ausgebildete Menschen für sich werkeln lassen.
Im Lehrberuf jedoch geht das
wie die real existierende Praxis zeigt. Leider!

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